Noch ein kleiner Anhang für besorgte Eltern
Ihre Tochter oder Ihr Sohn hat im Internet unsere Segelflug-Website gefunden und will nun im Alter zwischen 14 und 17 Jahren das Segelfliegen erlernen. Vielleicht halten Sie das für eine abwegige oder auch undurchführbare Idee oder Sie haben einfach Angst es könnte etwas passieren. Wir möchten Ihnen im folgenden Text ein paar Argumente liefern, die Sie vielleicht dazu bewegen können, Ihrem Kind diese reizvolle Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen.Fliegen, insbesondere Segelfliegen ist eine sehr sichere Angelegenheit.
Die Segelfluggruppe Maikäfer bildet seit 50 Jahren Nachwuchspiloten aus. Die Ausbildung erfolgt auf der Grundlage gesetzlich vorgegebenen Richtlinien von engagierten Fluglehrern. Der Abschluss der Ausbildung bildet eine theoretische und praktische Prüfung vor einem staatlich bestellten Prüfer.
Fliegen stärkt das Selbstbewusstsein, zeigt aber auch sehr schnell auch die eigenen Grenzen auf und lehrt, das Selbstbewusstsein nicht in Arroganz ausarten zu lassen. Fliegen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen; für sich und für andere. Gerade Fliegen im Verein ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der Nachwuchskräfte schon früh an verantwortungsvolle Aufgaben herangeführt werden.
Die größte Verantwortung übernehmen die Flugschüler für sich selbst, wenn sie nach gründlicher Ausbildung am Doppelsteuer schließlich zu ihren ersten Soloflügen starten. Diese erfolgreich zu beenden, ist ein ungeheuer positives Erfolgserlebnis. Gleichzeitig lernen Nachwuchspiloten zu einem sehr frühen Zeitpunkt den Umgang mit dem, vom Verein zur Verfügung gestellten wertvollen Fluggerät, Eigenverantwortlich umzugehen. Flugzeuge kosten in der Anschaffung beträchtliche Summen. Die Achtung vor und den richtigen Umgang mit solchen Vermögenswerten lernt man bei kaum einer anderen Freizeitbetätigung.
Beim Fliegen wird auch das technische Verständnis gefördert. Der Umgang mit Kunststoffen wie er in modernen Segel- und Motorflugzeugen zu finden ist, oder der Umgang mit GPS und anderer Bordelektronik lässt sich am besten durch eigene Erfahrung trainieren.Nicht zu vergessen ist vor allem bei einer Schulung im Verein der soziale Aspekt des Fliegens. Die Fliegerei hört im Verein nicht mit der Landung auf. Gemeinsames Lernen, sich Wissen anzueignen und weiterzugeben ist schon mit jungen Jahren möglich. Allerdings gilt dieser spezielle Aspekt - zugegebenermaßen - für alle Freizeitbetätigungen, nicht nur fürs Fliegen.Wer früh mit dem Fliegen beginnt, wird gefordert, aber er wird dadurch auch gefördert. Vorausschauendes Denken, geplantes und strukturiertes Handeln, handwerkliches Können, klare Kommunikation und technisches Verständnis sind nur ein paar Tugenden, die Flugschüler auf dem Weg zu ihrem Pilotenschein im Idealfall vermittelt bekommen.
Diese Fähigkeiten helfen bei der späteren Arbeitsplatzsuche, egal, in welchem Bereich. Junge Leute sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. sie sind selbstbewusst und wissbegierig. Unterstützen Sie doch Ihre Tochter bzw. Ihren Sohn und bieten Sie ihnen die Möglichkeit Pilot zu werden.
Für weitere Informationen insbesondere was Kosten und Dauer einer Flugausbildung betrifft, stehen wir gerne zur Verfügung, rufen Sie unseren Ausbildungsleiter Dieter Kluge an unter (06084) 950084.
Mit freundlichen Grüßen Ihre Segelfluggruppe Wiesbaden “Maikäfer“ e.V.
Der Weg zur Segelfluglizenz
Um in Deutschland ein Segelflugzeug führen zu dürfen, benötigt
man den PPL-C. Die formalen Voraussetzungen
für den Beginn der Ausbildung in unserem Verein sind folgende:
- Mitgliedsantrag
- Mindestalter 14 Jahre bei Beginn der Ausbildung, 16 Jahre bei Erteilung des Luftfahrerscheins
- Unterlagen: Polizeiliches Führungszeugnis, Auszug aus dem Verkehrszentralregister in Flensburg, beglaubigte Fotokopie der Geburtsurkunde, 4 Paßfotos
- Fliegerärztliche Tauglichkeit (Untersuchung bei einem anerkannten Fliegerarzt, Tauglichkeitsgrad 2)
Der Praktische Teil der Ausbildung wird natürlich bei uns am Flugplatz
durchgeführt. Je nach Eifer des Flugschülers kann man die Ausbildung
innerhalb von 1 bis 3 Jahren schaffen. Zum praktischen Teil gehören
unter anderem:
- 25 Flugstunden, davon mindestens 15 allein sowie 60 Starts, davon 20 allein
- Ausbildung im Windenstart und Flugzeugschleppstart
- Fliegen verschiedener Flugzeugtypen im Laufe der Ausbildung
- Einweisung in Überlandflüge sowie das Verhalten bei Not- und Gefahrensituationen
- Streckenflug über 50 Kilometer allein oder 100 km mit Fluglehrer
In der Wintersaison wird die Theorie gelernt. Hierzu gehört:
- Luftrecht( Gesetze & Vorschriften, Verfahren, Lizenswesen)
- Navigation ( Navigationsverfahren, Gradnetz der Erde, Kursberechnung, Kartenkunde)
- Technik ( Bauweisen, Intrumentenkunde, Flugmechanik)
- Meteorologie (Wetterentstehung, Gefahren, Wolkenkunde, Analyse)
- Verhalten in besonderen Fällen (Notverfahren, Sicherheitsvorschriften)
Wenn die Ausbildung hinter einem liegt, stehen noch ein paar Prüfungen
durch das Luftfahrtbundesamt an...
- Theorieprüfung (in allen Fächern)
- Funksprechprüfung (BZF I / II - beschrenkt gültiges Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst)
- Praxisprüfung (Flüge mit Prüfer)
Falls jetzt noch Fragen offen sind, dann wenden sie sich doch einfach an
unseren Ausbildungsleiter Dieter Kluge, oder schauen sie an einem Wochenende
bei schönem Wetter auf unserem Flugplatz vorbei.